
Der europäische Postmarkt legt in Verbindung mit den ständig wachsenden Märkten für Kommunikation, Werbung und elektronischen Geschäftsverkehr eine rasante Entwicklung an den Tag.
In der Europäischen Union werden jährlich etwa 135 Milliarden Postsendungen zugestellt. Hierbei wird ein Umsatz von ungefähr 88 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Umsätze verteilen sich zu ca. zwei Dritteln auf Briefdienstleistungen und zu etwa einem Drittel auf Paket- und Expressdienste, wobei Letztere bereits in einem wettbewerbsorientierten Umfeld arbeiten (d. h. der Markt ist vollständig für Wettbewerber geöffnet).
Um den Bereich Post für den Wettbewerb zu öffnen, hat die EU-Kommission eine Postrichtlinie entwickelt, mit der der Sektor schrittweise und kontrolliert für den Wettbewerb geöffnet wird. Das Hauptziel dieser Politik ist die Verbesserung der Dienstqualität, wobei vor allem kurze Zustellzeiten und bequeme Zugangsmöglichkeiten von zentraler Bedeutung sind.
Die Monopolbereiche wurden in den vergangenen Jahren schrittweise reduziert, indem entweder die Gewichtsbeschränkung reduziert wurde (z.B. Reduktion des reservierten Bereiches auf 50g) oder indem bestimmte Segmente (wie etwa Direktwerbung) oder sogar der gesamte Sektor (UK, SE, FI) für den Wettbewerb geöffnet wurden. Aber auch die Universaldienstleister (staatliche Postgesellschaften) haben sich erfolgreich umstrukturiert und der Marktentwicklung angepasst.
Von 2011 an dürfen private Postdienste EU-weit sämtliche Briefsendungen befördern, wobei für einige Länder – Griechenland, Luxemburg und fast alle der neuen EU-Länder – die Übergangsfrist bis 1. Januar 2013 ausgeweitet wurde.
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